Wenn Sie sich auf meiner Startseite umsehen, begegnet Ihnen recht schnell mein Versprechen, Sie auf dem Weg zu einem unbeschwerten Leben zu begleiten.

In meiner täglichen Arbeit als Berater bekomme ich dazu immer wieder Rückfragen. Manche Klientinnen und Klientinnen sind skeptisch, andere schütteln schlichtweg den Kopf: „Unbeschwert? In der heutigen Zeit? Bei all den Krisen, der Belastung im Alltag und den Sorgen um die Zukunft? Wie soll das gehen? Ist das nicht völlig weltfremd?“

Ich kann diese Skepsis gut verstehen. Wenn wir das Wort „unbeschwert“ hören, verbinden wir damit oft Bilder von großem Reichtum: ein prall gefülltes Bankkonto, finanzielle Sorglosigkeit, das perfekte Haus im Grünen oder der dauerhafte Urlaub unter Palmen. Schlichtweg ein Leben, das vermeintlich frei von jeglichem Schmerz, Problemen und Alltagsstress ist.

Doch genau das meine ich nicht.

Ein völlig sorgenfreies Leben gibt es schlichtweg nicht – ganz egal, wie viel Geld auf dem Konto liegt. Das Schicksal macht keine Ausnahmen. Schmerzhafte Verluste, schwere Krankheiten, Trauer oder existenzielle Ängste gehören unweigerlich zum menschlichen Dasein dazu. Das Leben schickt uns allen von Zeit zu Zeit Wellen – und manchmal echte Stürme.

Nicht noch zusätzliches Leid kreieren

Was bedeutet also „unbeschwert“ in meiner Praxis?

Für mich beschreibt Unbeschwertheit nicht die Abwesenheit von Herausforderungen, sondern die Art und Weise, wie wir mit ihnen durchs Leben fließen. Es ist eine Haltung, die sich eng an Erkenntnisse aus bewährten Philosophien anlehnt:

  • Das taoistische Prinzip des Fließens (Taoismus / Wu Wei): Im Taoismus geht es im Kern darum, sich dem natürlichen Lauf der Dinge hinzugeben, statt gegen den Strom der Realität anzuschwimmen. Dieses Handeln durch Nichthandeln (Wu Wei) bedeutet keineswegs Passivität, sondern das mühelose Mitfließen mit den Kräften des Lebens – wie Wasser, das sich geschmeidig jedem Hindernis anpasst, anstatt starr dagegen zu prallen.
  • Kein zusätzliches Leid erschaffen (Buddhistische Psychologie): Im Buddhismus spricht man oft vom „zweiten Pfeil“. Der erste Pfeil ist das schmerzhafte Ereignis selbst – eine Krankheit, eine Trennung, ein Verlust. Das tut weh. Der zweite Pfeil ist jedoch der, den wir uns selbst abschießen: Das dauerhafte Grübeln, der innere Widerstand, das „Warum passiert das ausgerechnet mir?“ oder Schuldgefühle. Dieser zweite Pfeil erzeugt die eigentliche Schwere. Unbeschwertheit bedeutet, den ersten Pfeil anzunehmen, aber den zweiten wegzulassen.
  • Das Unveränderliche annehmen (Die Stoa): Die stoische Philosophie lehrt uns, strikt zu unterscheiden zwischen den Dingen, die wir beeinflussen können, und jenen, auf die wir keinen Einfluss haben. Gegen Dinge anzukämpfen, die wir ohnehin nicht ändern können (die Vergangenheit, globale Krisen oder das Verhalten anderer Menschen), raubt uns all unsere Lebensenergie. Es macht das Herz schwer.

Leichtigkeit entsteht im Fluss

Ein unbeschwertes Leben ist also im Grunde genommen ein Leben, das wir uns nicht selbst schwer machen.

Es ist das Wissen: Ja, da ist gerade ein Sturm. Ich fühle mich überfordert, traurig oder wütend. Aber ich kämpfe nicht gegen den Sturm an sich an, sondern richte mein Segel und folge dem Fluss des Lebens.

Wenn wir aufhören, gegen die Realität anzurennen, kommen wir wieder in den natürlichen Fluss zurück. Wir hören auf, Steine in unseren eigenen Rucksack zu packen, während wir ohnehin schon einen steilen Berg hochsteigen. Aus dieser Akzeptanz heraus entsteht eine tiefe, innere Leichtigkeit – selbst mitten in schwierigen Zeiten.

In der Onlineberatung schauen wir oft gemeinsam hin, was genau diesen Rucksack gerade so schwer macht. Wir sortieren, was wirklich zu Ihnen gehört – und was Sie getrost am Wegesrand zurücklassen dürfen, um wieder mehr ins Fließen zu kommen.

Liebe Leserinnen und Leser,

wie geht es Ihnen mit diesem Gedanken? Erlauben Sie sich manchmal, die Dinge einfach fließen zu lassen, oder erwischen Sie sich auch dabei, wie Sie gegen Unveränderliches ankämpfen? Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Rucksack gerade zu schwer geworden ist und Sie wieder mehr Leichtigkeit suchen, begleite ich Sie gerne ein Stück auf Ihrem Weg.

Rainer Schwenkkraus

Berater und Autor