In meiner psychologischen Onlineberatung begegne ich häufig Menschen, die sich in einem unermüdlichen Prozess der Selbstverbesserung befinden. Sie lesen jeden Ratgeber, optimieren ihren Tagesablauf bis zur letzten Minute und setzen sich Ziele, die kaum zu erreichen sind. Doch wer genau hinschaut, bemerkt: Hinter der glänzenden Fassade der Disziplin verbirgt sich oft keine Freude am Wachstum, sondern eine tiefe, innere Unruhe und eine chronische Unzufriedenheit.

Das Gefühl, niemals „genug“ zu sein, ist für viele ein ständiger Begleiter. Doch woher kommt dieser rastlose Drang, sich ständig optimieren zu müssen?

Die Wurzel: Der Hunger nach der versagten Anerkennung

Der entscheidende Grund für eine exzessive Selbstoptimierung und den damit verbundenen Stress liegt häufig weit zurück in unserer Biografie. Wir optimieren uns meist nicht aus purer Abenteuerlust, sondern weil wir versuchen, ein emotionales Defizit aus der Kindheit auszugleichen. Die Sucht nach Anerkennung ist oft ein Schrei nach Heilung.

Viele von uns sind in einem Umfeld aufgewachsen, in dem Anerkennung und Liebe an Bedingungen geknüpft waren. Vielleicht wurden nur Bestnoten gefeiert, vielleicht war die Zuwendung der Eltern an Gehorsam gebunden, oder – was oft noch schwerwiegender ist – Anerkennung fand schlichtweg gar nicht statt. Wenn ein Kind nicht für sein bloßes „Sein“ gesehen und geschätzt wird, entwickelt es eine fatale Überlebensstrategie:

„Wenn ich nur gut genug, schön genug oder erfolgreich genug bin, dann werde ich endlich geliebt.“

Warum Selbstoptimierung niemals zum Ziel führt

Das Problem an dieser Strategie ist, dass wir im Erwachsenenalter versuchen, eine „alte“ Wunde mit „neuen“ Pflastern zu heilen. Doch egal, wie viele Kilos wir verlieren, wie hoch wir auf der Karriereleiter steigen oder wie perfekt wir unsere Emotionen kontrollieren: Die Anerkennung von heute kann das Loch von gestern nicht füllen.

Wer sich aus diesem Mangel heraus optimiert, erlebt eine schmerzhafte Dynamik:

  • Das Ziel verschiebt sich ständig: Kaum ist eine Stufe erreicht, meldet sich die innere Stimme: „Das reicht noch nicht.“ Die Erleichterung hält nur Sekunden, der Leistungsdruck kehrt sofort zurück.
  • Die Angst vor der Entlarvung: Tief im Inneren bleibt die Angst, dass andere merken könnten, dass man eigentlich „unzureichend“ ist. Die Optimierung wird zum Schutzschild gegen die vermeintliche Wertlosigkeit.
  • Erschöpfung und Burnout-Gefahr: Da der Antrieb aus einem Vermeidungsverhalten (Vermeidung von Ablehnung) kommt, führt dieser Weg fast zwangshäufig in die totale Erschöpfung.

Den Kreislauf durchbrechen: Psychologische Hilfe bei Optimierungsdruck

Wahre Zufriedenheit stellt sich nicht ein, wenn wir die „beste Version unserer selbst“ werden, sondern wenn wir Frieden mit der „jetzigen Version“ schließen. In meiner Onlineberatung arbeiten wir daran, den Fokus weg von der äußeren Bestätigung hin zur inneren Selbstannahme zu lenken.

Es geht darum, zu erkennen: Sie müssen sich die Berechtigung, da zu sein und wertvoll zu sein, nicht erst durch Optimierung verdienen. Der Weg aus der Unzufriedenheit führt über das Verstehen der eigenen Geschichte. Wenn wir begreifen, dass unser heutiger Optimierungswahn eigentlich ein Bedürfnis des inneren Kindes nach der Anerkennung von damals ist, können wir beginnen, uns diese Wertschätzung heute selbst zu geben – unabhängig von Leistung und Perfektion.

 

Gemeinsam den Druck rausnehmen

Fühlen Sie sich auch wie in einem Hamsterrad aus Erwartungen und dem Gefühl, nie ganz zu genügen? Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Kindheitserfahrungen Sie noch heute antreiben, mehr zu leisten, als Ihnen guttut?

In meiner Onlineberatung biete ich Ihnen einen geschützten Raum, um diesen Mustern auf den Grund zu gehen. Gemeinsam schauen wir hinter die Fassade der Selbstoptimierung und finden Wege zu einer echten, tiefen Zufriedenheit, die keinen Kalender und keine Checkliste braucht.

Liebe Leserinnen und Leser,

bitte denken Sie daran, dass Sie wertvoll sind – ganz egal, wie viel Sie heute geleistet oder wie sehr Sie sich optimiert haben. Wahres Glück beginnt dort, wo wir aufhören, uns verbiegen zu wollen, und anfangen, uns selbst mit Mitgefühl zu begegnen. Wenn Sie auf diesem Weg Unterstützung suchen, bin ich gerne für Sie da.

Rainer Schwenkkraus

Berater und Autor